Franz Kafka: Der Nachbar

Interpretation von Kafkas Kurzgeschichte „Der Nachbar“

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Gedichtsinterpretation: Gottfried Benn: Kleine Aster

Handout zum Gedicht „Kleine Aster von Gottfried Benn“. Klassenstufe 10-12

Kurzgeschichte Spaghetti für zwei

Interpretation der Kurzgeschichte „Spaghetti für zwei“. Klassenstufe 8-10. Zeilenangaben wurden bewusst weggelassen, da diese je nach Textausgabe unterschiedlich sein können.

Die Kurzgeschichte „Spaghetti für zwei“ wurde 1975 von der schweizer Schriftstellerin Frederica de Cesco veröffentlicht. Sie thematisiert darin, wie Vorurteile einen Jugendlichen bestimmen und ihn in die Irre leiten können.

Heinz ist fast 14 jahre alt und „fühlt sich sehr cool.” Er stellt sich für den Leser schon am Anfang der Geschichte sehr überlegen und kaltschnäuzig dar. Sein Verhalten in der Schule verstärkt diesen Eindruck. Weil ihm nicht genug Zeit bleibt, in der Mittagspause nach Hause zu fahren, isst er im Selbstbedienungsrestaurant. Dort wählt er die Gemüsesuppe aus, setzt sich an einen Tisch, merkt, dass er den Löffel vergessen hat, steht auf, um sich einen zu holen. Als er sich wieder zu seinem Tisch begeben will, sieht er, wie ein “Schwarzer” vermeintlich seine Gemüsesuppe isst. An dieser Stelle wird klar, von welchen Vorurteilen Heinz geprägt ist. Im inneren Monolog lässt er ihnen freien Lauf. Er wünscht den “Schwarzen” zum “Teufel”, unterstellt ihm ein “Asylbewerber” zu sein und sich in der “Schweiz breitmachen” zu wollen. Erst die Blicke der anderen Gäste des Restaurants halten ihn davon ab, seine Meinung laut dem “Schwarzen” zu sagen. Er schämt sich sogar für seinen gerade noch abgewendeten Ausbruch und wird “rot”. Die Coolness in Bezug auf sein Auftreten nach außen hin weicht den Bedenken andere könnten ihn als Rassist ansehen. Entgegen seinem normalen Verhalten in der Schule insbesondere gegenüber den Lehrern, hält er sich vor den anderen Gästen zurück.
Überraschenderweise setzt er sich nun dem Schwarzen wortlos gegenüber. Er nimmt seinen Löffel und taucht ihn, völlig überzeugt es sei seine eigene Suppe, in die Suppe des “Afrikaners”. Beide starren sich an. Für einen kurzen Moment scheint es dem Leser als scheine die Zeit stillzustehen, die Spannung dieses Momentes ist fast greifbar.
Aber nicht nur Heinz, auch der “Schwarze” bleibt stumm. Sie essen zusammen die Suppe “ohne daß ein Wort” fällt.
Die Spannung bleibt weiter bestehen als der schwarze Junge, nachdem die Suppe aufgegessen ist, aufsteht und Heinz sich darüber entrüstet, dass der Afrikaner ihm nicht einmal für die Suppe dankt. Heinz möchte „aufspringen und Krach schlagen“. Entgegen seiner Erwartung geht der Schwarze zur Theke, bezahlt die Suppe und bringt noch einen Teller Spaghetti zum Tisch zurück. Bereits in den Spaghetti stecken „zwei Gabeln“. Heinz wird so nervös, dass ihm „der Schweiß“ ausbricht. Er beschließt nachdem der andere schon die Hälfte seiner Suppe gegessen hat, nun auch die Hälfte von dessen Spaghetti zu nehmen. Wiederum durch das Mittel des inneren Monologs kann der Leser den Gemütszustand von Heinz genau nachvollziehen und erkennt durch die vielen Fragen, die sich Heinz jetzt stellt dessen Selbstzweifel und Unsicherheit, wie er sich nun verhalten soll. Die Coolness auf Heinz’ Seite verfliegt, seine „Gedanken“ überstürzen sich. Er wünscht sich sogar, dass der Junge etwas zu der Situation sagt, hat aber selbst nicht den Mut den Schwarzen anzusprechen. Durch das Kratzen am Hals und das Jucken des Rollkragenpullis wird die Spannung unter der Heinz steht sichtbar. Plötzlich sieht er auf dem „Nebentisch“ , „einsam“ auf dem Tablett einen Teller „kalter Gemüsesuppe“ stehen.
Er begreift, dass nicht der Junge die Seine, sondern er die Suppe des Jungen gegessen hat. Er erlebt „den peinlichsten Augenblick seines Lebens.“ Der Blickkontakt zu dem Schwarzen reißt für „zehn volle Sekunden“ ab. Plötzlich sind die Rollen vertauscht. Der Schwarze ist „cooler“ als Heinz es jemals war. Heinz entschuldigt sich stotternd bei dem Afrikaner. Der lacht und nimmt damit der Situation und auch Heinz die Peinlichkeit. Eine freundliche Atmosphäre entsteht an der Stelle, an der vorher Vorurteile und Misstrauen regiert haben. Sie verabreden sich für den nächsten Tag um zusammen zu essen.

Durch die verwendeten Monologe wirkt die Kurzgeschichte sehr real. Der Leser kann durch die Verwendung des personalen Erzählers Einblicke in die Gedanken der von Heinz erlangen, die ihm ansonsten verschlossen blieben. Gerade aus der Sicht des Heinz, also des Rassisten, wird erzählt.

Die Autorin dehnt durch die Monologe die Zeit und lässt den Leser noch dichter an das Geschehen kommen.
Ferner hält die Autorin die klassische Form der Kurzgeschichte ein, indem sie die Spannung bis zum Höhepunkt in Z. steigert und einen überraschenden Schluss setzt.

Nachhilfe Physiker

Dürrenmatt: ‚Die Physiker‘ Charakteristik Möbius

Der Schweizer Autor Friedrich Dürrenmatt verfasste die Groteske „Die Physiker“ im Jahre 1961. Die Uraufführung fand 1962 in Zürich statt. Die Atmosphäre der Zeit war geprägt durch die 17 Jahre vorher über Hiroshima und Nagasaki abgeworfene Atombombe und die gerade überstandene Kubakrise. Die zwei politischen Blöcke, die Nato unter Führung der USA und der Warschauer Pakt standen sich im kalten Krieg gegenüber. Die Situation war so angespannt, dass der kalte jederzeit in einen heißen Atomkrieg umschlagen konnte. Dürrenmatt ließ das nicht unbeeindruckt. Er sah es als seine Pflicht an, auf die gegenwärtige Gefahr aufmerksam zu machen. Er stellte sich insbesondere die Frage nach der Verantwortlichkeit von Forschern für die Verwendung ihrer Forschungsergebnisse.

(Inhaltsangabe habe ich nicht mehr neu geschrieben)
Johann Wilhelm Möbius ist ein 40jähriger Mann, der seit 15 Jahren im geschlossenen privaten Sanatorium „Les Cerisier“ von Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd lebt.
Möbius Leben beginnt unter denkbar widrigen Voraussetzungen. Er wächst als „Waisenkind“ (S.33,34) auf. Im Alter von 15 Jahren lernt er im Hause seines Vermieters dessen Tochter kennen und heiratet sie gegen den „Willen“ ( ) ihrer Eltern als er 20 Jahre alt ist. Er absolviert sein Abitur und schließt das Studium der Physik erfolgreich ab. Zum Physiker berufen, arbeitete er „Tag und Nacht“ ( ) und schreibt seine Dissertation. Privat scheint alles perfekt zu sein. Seine Frau und er werden Eltern dreier Jungen. Eine glänzende Karriere eröffnet sich dem leidenschaftlichen Physiker. Eine „Professur“ ( ) wird ihm angeboten. Die schwierige finanzielle Situation der Familie scheint sich endlich zu entspannen.
Das Unfassbare geschieht. Was keiner ahnt, Möbius entdeckt bei seinen Forschungen zur „Feldtheorie“ ( ) und „Gravitationslehre“ ( ) die „Weltformel“ ( ). Er erkennt die Dimension seiner Forschungsergebnisse und steht vor der Entscheidung „den Unschuldigen“ ( ) zu „spielen“ ( ) oder einen eigenen Weg zu gehen. Aus Angst, seine Forschungen könnten in die falschen „Hände“ ( ) geraten und „neue, unvorstellbare Energien“ freisetzen, versucht er auf ungewöhnliche Weise seine Forschungsergebnisse geheim zu halten.
Der erfolgreiche Physiker lässt seine „Karriere fahren“ ( ), Arbeitsangebote der „Industrie“ ( ) schlägt er aus. Sogar seine „Familie“ ( ) überlässt er „ihrem Schicksal“ ( ). Möbius sieht sich gezwungen, die „Narrenkappe“ ( ) zu wählen und den Verrückten zu spielen. Er gibt vor, „König Salomon“ ( ) erscheine ihm und nimmt seine Einweisung in das Sanatorium von Frl. Mathilde von Zahndt billigend in Kauf.
Dort arbeitet er scheinbar vor anderen verborgen, weiter an seinen Erkenntnissen. Er spricht immer wieder vor Frl. Dr. von Zahndt, sowie den anderen Insassen des Haupthauses der Anstalt Newton und Einstein, von König Salomo, der ihm regelmäßig erscheine.

Seine Ehefrau lässt sich von ihm scheiden und geht mit ihrem neuen Mann und den möbiuschen Kindern zur Missionsarbeit auf die Marianen. Zuvor besucht sie ihn mit den Kindern. Zum ersten Mal während seiner Anstaltszeit trifft Möbius auf seine Kinder. Der Besuch verläuft anders als vom Zuschauer erwartet. Als die Jungen ihrem Vater ein Ständchen zum Abschied darbieten, verliert Möbius scheinbar völlig die Fassung. Er schlüpft noch tiefer in die Rolle des unberechenbar Verrückten und drängt auf einen schnellen Aufbruch seiner Familie. Er nimmt es in Kauf, von seinen Söhnen als verrückt abgetan zu werden, nur um die Mauer der Geheimhaltung aufrechthalten zu können. Die Kinder bleiben mit der Mutter und dem Stiefvater, Herrn Rose, zurück.
Nach dem Besuch seiner Familie, gesteht ihm Schwester Monika ihre Liebe .
Er berichtet Schwester Monika zwar, er sei in seinem Innersten „verstummt“ ( ), erwidert aber ihre Liebe und warnt sie vor der „Gefahr“ ( ), die diese Liebe birgt. Er prophezeit ihr, in ihr „Verderben“ ( ) zu „rennen“ ( ). Er sei ihrer Liebe „unwürdig“ ( ) . Sie sprechen über die Erscheinung des König Salomon, Monika hat Möbius durchschaut. Mehr noch, sie versucht ihn dazu zu überreden, sich mehr für die Erkenntnisse aus den Erscheinungen einzusetzen. Seine Tarnung scheint aufzufliegen. Als Monika die „Koffer packen“ ( ) will, sieht er sich bedrängt und seine „Manuskripte“ ( ) in ihrer Hand. Kurzentschlossen, und völlig überraschend, erdrosselt er sie mit der „Vorhangkordel“ ( ). Möbius will also weder seiner Frau, die ihm zum Erfolg verholfen hat, noch Schwester Monika, die sich zwei Jahre lang aufopferungsvoll um ihn kümmerte, vertrauen.
Als die Tat von der Polizei untersucht wird, gibt er vor, König Salomo hätte ihm den „Befehl“ ( ) dazu gegeben. Er wird nicht verhaftet.
Newton tritt auf. Beide bemerken, dass das weibliche Personal des Sanatoriums durch männliche Pfleger ersetzt wurde. Das Sanatorium, in dem sie „betreut“ werden, wird zu einer „bewacht(en)“ Anstalt. Newton offenbart sich Möbius als Alec Jasper Kilton, „Begründer der Entsprechungslehre“ ( ), und Geheimagent. Einstein stößt dazu und stellt sich als Joseph Eisler vor, „Physiker“ ( ) und Geheimagent. Beide beginnen um die Gunst von Möbius zu buhlen.

Sie wollen Möbius für die Dienste ihres jeweiligen Landes anwerben, Möbius stellt jedoch die Freiheit der Wissenschaft als Bedingung für eine Entscheidung seinerseits in den Raum. So appelliert er an die wissenschaftliche Ehre der Mitinsassen Newton und Einstein, sie dürften sich „nicht von Meinungen bestimmen lassen“, „Denkfehler“ seien nicht erlaubt. Ein „Fehlschluss“ ( ) könne zur „Katastrophe“ ( ) führen. Als keiner der beiden Agenten die Arbeit der Physiker seines Landes als „frei“ ( ) garantieren kann, entscheidet sich Möbius erneut im „Irrenhaus“ zu bleiben. Er wählt seinen Schutzraum, in dem er seine Ergebnisse vermeintlich vor dem Rest der Welt schützen kann.

Sein Schutzraum wird während des Gesprächs der drei Physiker zu einem Gefängnis. Vor den Fenstern werden „Gitter“ ( ) angebracht. Die neuen Pfleger wirken bedrohlich. Entgegen dem Vorhaben von Newton und Einstein aus der Anstalt zu fliehen, ergibt sich Möbius weiter in sein „Schicksal“ ( ). Der Lethargie von Möbius chancenlos gegenüber stehend, überrascht Möbius die beiden, mit dem Geständnis die Manuskripte seiner Forschungen kurz vor dem Eintreffen der Polizei „verbrannt“ ( ) zu haben.

Fassungslos hören sie, wie Möbius sein Verhalten mit Gründen der „Vernunft“ ( ) zu rechtfertigt. Er stellt die Physik als „schrecklich(e)“ ( ) Wissenschaft dar, deren Forschungen „gefährlich“ ( ) und die gewonnenen Erkenntnisse „tödlich“ ( ) seien. Er will das Sanatorium auf keinen Fall verlassen und fordert die beiden Geheimagenten zum Bleiben auf. Er übernimmt die Rolle eines moralischen Richters und appelliert an die Physiker, einzusehen, dass nur ein Leben in der Anstalt das beste Leben sein kann.
Seine Erkenntnisse blieben geschützt und durch die lebenslange Haft im „Les Cerisier“ ( ) verbüßten sie eine ihrer Taten angemessene Strafe. Alle seien sie „Mörder“ ( ), „wilde Tiere“ ( ) . Kilton und Joseph Eisler entschließen sich zu bleiben und richten sich somit selbst. Möbius wird zum Anführer der Gemeinschaft von Physikern, die ihre Freiheit für die Freiheit der Menschheit opfert. Er betont noch einmal, „Physiker, aber unschuldig“( ) zu sein.

Er agiert scheinbar als Märtyrer und beweist durch seine Überzeugungskraft die Macht einer Ideologie, seiner eigenen. Er propagiert Schuld und Unschuld, maßt sich an, über Gut und Böse zu entscheiden.

Erst als Fräulein von Zahndt die Szene betritt und den Diebstahl der Manuskripte bekundet, erwacht Möbius kurz aus seiner Lethargie. Er sieht ein, dass Forschungsergebnisse nicht zurückgenommen werden können.
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So, bis dahin……. macht euch bitte noch kurz Gedanken über einen möglichen Schluss….. Wenn Ihr ihn geschrieben habt, dann sendet mir bitte eine Email meinenachhilfe@icloud.com und ich korrigiere ihn gern für euch.

Literaturgeschichte: Sturm und Drang Mindmap 

sturm-und-drang-mindmap

Mindmap zur Verfügung gestellt von einer Schülerin der 9. Klasse Gemeinschaftsschule

Max Frisch: Homo Faber

Hier kommen hilfreiche Links, mit denen sich die Schüler einen ersten Eindruck vom Stück verschaffen können:

Primärausgaben:

Homo Faber- ein Bericht

Youtube:

Homo Faber  bei Sommers Weltliteratur to go

Homo Faber als Hörbuch aus dem Kanal „George Churchill“

Klett Lernvideo aus dem Kanal von „examinusonline“

Zu Max Frisch:

Max Frisch Biographie

Marcel Reich- Ranicki über Max Frisch

Sekundärliteratur:

Immer zu empfehlen sind buchbegleitend Königs Erläuterungen mit Aufgaben zum Buch, Personenbeschreibungen (aber ACHTUNG! ALLEIN DAS LESEN DER ERLÄUTERUNGEN REICHT NICHT AUS, UM EINE OBERSTUFENKLAUSUR ZU BESTEHEN!!!)

Der Klett- Verlag bietet ebenfalls gute Begleitmaterialien an.

Das Klausurtraining von Klett zu Homo Faber ist toll aufgebaut und hilft Wissen über das Interpretationshandwerk aufzufrischen und zu vertiefen.

Informative Internetseiten:

Der SWR hat in der Reihe „Sternchenthemen im Abitur“  eine Seite mit Fakten rund um Homo Faber erstellt.

Der Spiegel aus 52/1957

Falls jemand Lust hat, Englisch und Deutsch zu verbinden, ist die Seite „Gradesaver“ mit dem Homo Faber Study Guide empfehlenswert.

 

 

Fontane: John Maynard -Inhaltsangabe-

Theodor Storm: John Maynard

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Inhaltsangabe der Ballade

In der Ballade „John Maynard“, die 1886 von Theodor Fontane geschrieben wurde, geht es um John Maynard, einen Steuermann, der ein Schiff, das mitten auf dem See Feuer fängt, ans rettende Ufer fährt und so hunderte Menschen rettet, selbst jedoch stirbt.

Das Schiff „Schwalbe“ fährt von Detroit nach Buffalo. Als das Schiff noch 20 Minuten vom Ufer entfernt ist, fängt es Feuer. Die Passagiere drängen sich ganz vorne in den Bug des Schiffes. Das Steuer, an dem der Steuermann John Maynard steht, liegt schon im Rauch. Als der Zugwind stärker und der Qualm dichter wird, kann der Kapitän den Steuermann nicht mehr sehen. Sie müssen sich durch ein Sprachrohr verständigen. Als es nur noch zehn Minuten nach Buffalo sind, können die Passagiere das Ufer sehen. John Maynard schafft es die Schwalbe ans Ufer zu manövrieren. Alle können gerettet werden, nur John Maynard nicht.

Nach dem Unglück trauern tausende Menschen bei einem Trauerzug um John Maynard und die ganze Stadt hält inne. Zum Dank für sein Verdienst wird ein Dankspruch in seinen Grabstein graviert.

 

Gedichtanalyse: Franz Werfel: Menschenblick

Das Gedicht „Menschenblick“ veröffentlichte Franz Werfel 1927. Der Autor wurde 1890 in Prag geboren und starb 1945 in Beverly Hills. Franz Werfel zählt zu den Hauptvertretern des Expressionismus und hat neben vielen lyrischen Texten auch Prosa verfasst. In allen seinen Texten spiegeln sich die Grundzüge des Expressionismus. Das Gedicht „Menschenblick“  zählt zu den großstadtlyrischen Texten von Franz Werfel. Hauptthema seiner Werke stellen der Verfall und die Hoffnung auf einen Neuanfang dar. Speziell dieses Gedicht hat die Menschen, die von der Arbeit nach Hause gehen zum Thema. Monoton werden sie abends heim getrieben und durch ein überraschendes Ereignis aus ihrer Lethargie gerissen.

Das Gedicht besteht aus zwei Strophen aus jeweils vier Versen. Der Autor gibt dem Gedicht formale Struktur, indem er den Kreuzreim (abab cdcd) benutzt. Auffallend ist nicht nur die Kreuzung der Reime, sondern auch die Kreuzung des Metrums in der ersten als auch in der zweiten Strophe. In der ersten Strophe wechselt er von Anapäst zu Daktylus, in der zweiten Strophe von Jambus zu Daktylus, ganz analog dem Reimschema. Durchgehend werden weibliche Kadenzen verwendet, die die Versenden stumpf wirken lassen.

Der Autor bedient sich Wörtern aus dem Alltagswortschatz, die den Text leicht verständlich wirken lassen. Ausnahmen bilden die Neologismen „Abendheimkehr“ (V.1) sowie „Massengeschickes“ (V.5). Durch die Wortneuschöpfungen (Neologismen) verwendet der Autor ein Mittel, mit dessen Hilfe er die besondere Atmosphäre des Gedichtes genauer schildern kann.

In Vers 2,3 und 6 tritt das lyrische Ich in Erscheinung. Es bildet ein subjektives Erzählmoment, welches durch den Gebrauch der ersten Person Plural „wir“ und der Nutzung des Reflexivpronomen „uns“ besondere Verstärkung in Form der Mehrzahl erfährt. Das lyrische Ich scheint nicht allein zu sein, es ist vielmehr Teil einer Gruppe, zu der es sich zugehörig fühlt. Die Distanz zwischen Leser und lyrischem Ich schwindet durch das „Wir“. In der Wirkung scheint der Leser mit dem lyrischen Ich und den Menschen, die sich treiben lassen, verbunden zu sein.

Innerhalb des Textes ist eine besondere Dynamik festzustellen.
In der ersten Strophe wird das Treiben der Menschenmasse in der Gasse beschrieben. Durch das Treiben wird die Passivität der einzelnen Menschen, also den „Leibern“ (V.4) in der Masse, dem „Leib“ (V.4) verbildlicht.
Der Dynamik der ersten Strophe gegenüber steht die Verhaltensänderung der Menschen in der zweiten Strophe. Die Fortbewegung, also das treiben, wird in der zweiten Strophe „Jäh“ (V.6), also plötzlich durch ein äußeres Geschehen gestoppt. Es erscheint ein „Antlitz“. In verschiedener Hinsicht ist die Bedeutung des Wortes „Antlitz“ V.6 zu deuten. Allgemein wird der Begriff Antlitz in Bezug auf das Gesicht Gottes verwendet. Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen „Antlitz“, „Wolkenriß“ (V.7) und „träumenden Blickes“ (V.7). Durch die Zusammenführung der Begriffe, die zu einem Wortfeld gehören, lässt sich die These einer Gotteserscheinung untermauern. Fast apokalyptisch wirkt diese Szene, die die Melancholie durchbricht.

Das „Starren“ der „Ewigkeit“ ist zugleich Metapher und Personifikation. Normalerweise wird die Ewigkeit als eine unendliche Zeitspanne verstanden. Der Autor jedoch bedient sich dieses Begriffes, um die endlose Masse der Menschen zu beschreiben. Indem er Mensch und Zeit in Beziehung setzt, und damit eigentlich die Masse der Menschen beschreibt, verlieren die Menschen in der Menge ihren letzten Rest Individualität. Sie gehen also vollends in dem unendlichen „Leib“ auf. Sie werden endpersonalisiert.

Dem Starren kommt atmosphärisch besondere Bedeutung zu. Es impliziert, dass etwas unbegreifliches, unverständliches passiert, auf das die Menschen mit unbeweglichem Blick reagieren. Emotionslosigkeit und der Verlust der Individualität stehen dem Erwachen des Einzelnen gegenüber

Geschwindigkeit und Dynamik spielen im vorliegenden Gedicht eine große Rolle. Während in der ersten Strophe die Menschen dahintreiben, verfestigt sich beim Leser der Eindruck gleichmäßiger Bewegung in völliger Harmonie und Zeitlosigkeit. In der zweiten Strophe hingegen, hat der Leser den Eindruck, als bleibe die Zeit beim Erscheinung des Gottes stehen. Die Menschenmasse wird abrupt ausgebremst und verharrt bewegungslos während sie auf die Erscheinung sieht. Die Erscheinung wirkt wie ein Lichtblick, der das Leben der Menschen erhellt und den grauen Alltag für einen Augenblick vergessen lässt.

Die Menschen scheinen aus ihren Träumen, aus dem Gleichtakt gerissen. Sie sehen etwas Bedeutsameres als „Sonne“ und „Meer“. Die positiv besetzten Begriffe Sonne, Meer und Ewigkeit bewirken eine positive Grundstimmung in der Schlussphase des Gedichtes . Ein Neuanfang scheint möglich.

(zur Verfügung gestellt von einer Schülerin Klasse 11)

***Deutsch*** ***Stilistik***

Ganz oft stellen mir Schüler die Frage: Wie kann ich schnellstens meinen Stil und meinen schriftlichen Ausdruck verbessern? Ganz ehrlich- in Bezug auf die Verbesserung des Ausdrucks gibt es das Wort „schnell“ nicht. Die Verbesserung des sprachlichen bzw. schriftlichen Ausdrucks benötigt zunächst viel Zeit, ständige Disziplin, regelmäßiges Schreiben und harte Korrektur.

Ich gebe jedem neuen Schüler- bei der Nachhilfe oder in der Schule- eine Liste mit verbotenen und gebotenen Ausdrücken. (Anmerkung: Die Liste wird ständig erweitert.)

Verbotenes:

tun

dies

machen

, dass

man

mehr als 3x „er“ im Aufsatz

Sätze, die länger als 2 Zeilen sind

„sein“ als Vollverb

würde

dies/ deshalb am Satzanfang

Zitate von mehr als 3 zusammenhängenden Wörtern

Gebotenes:

Wechsel zwischen Aktiv- und Passivkonstruktionen im Satz

treffende Verben

Konjunktiv

korrekte Zitate

 

 

 

 

***Deutsch*** Dürrenmatts Physiker***

Auf dem Lektüreplan der Gymnasien stehen dieser Tage Dürrenmatts „Die Physiker“. Ersten Zugang zum Text und notwendiges Hintergrundwissen verschafft die folgende Linkliste:

AKTUELL

***Theater Osnabrück***

Youtube:

Sehr lustige Aufbereitung des Textes von Sommers Weltliteratur to go

Literaturpapst Marcel Reich- Ranicki über Dürrenmatt BR- alpha Mierendorffs Kanal für Marcel Reich-Ranicki 28.09.2014

Dürrenmatt und Einstein

Einsteinvortrag Dürrenmatt an der ETH Zürich vom Januar 1979

Einsteins Brief an den amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt

Brief über die militärische Nutzung der Kernenergie

Einsteins Brief und seine Wirkung

Dürrenmatt und die Schweiz:

Legendäre Rede Dürrenmatts zur Verleihung des Gottlieb Duttweiler-Preises an Vaclav Havel am 22.11.1990

Vollständige Verfilmung, die vom Autor mit bearbeitet wurde

Links zu Printmedien:

Spiegel vom 28.02.1962 zu den Physikern

Zusammenfassungen/ Interpretationen:

Sehr gute Interpretationshilfe von Emanuel Duss

Linkliste der Seite Abipur.de

Arbeitsblätter:

Arbeitsblätter der Realschule Kleve

Dürrenmatts Dramentheorie