Jakob der Lügner ghetto

Jakob der Lügner- Fakten zum Erzähler

Fakten zum Erzähler

  • Der Leser erfährt nur sehr wenig über das „erlebende Ich“

  • „Ich selbst gehöre nicht zu den Riesen“

  • Im Alter von 9 Jahren fällt er vom Baum, bricht sich die linke Hand und kann seitdem „ein paar diffizile Bewegungen“ mit den Fingern nicht mehr ausführen

  • Geplanter Geigerkarriere kann er nicht mehr nachgehen (S.8) Vater, Mutter und er selbst hatten diese für ihn geplant

  • schläft zum ersten Mal mit 15 Jahren mit einem Mädchen unter einem Baum.

  • Nimmt selbst am Geschehen im Getto teil, lebt im Getto:

    Dann ist es wieder Tag, endlich wieder Tag, wir laugen…..“

  • Bleibt Randfigur

  • Vermutlich erfährt er die Radio-Geschichte“ von Jakob selbst, den er am Ende in einem Waggon trifft

  • Kontakt zu Jakob nimmt er über die kleine Lina auf

  • Zum Zeitpunkt des Erzählers Sechsundvierzig Jahre alt und 1921 geboren

    Während des Getto etwa 24 Jahre alt

    Heute (in der Gegenwart 1967)

  • War verheiratet mit Chana, die unter einem Baum erschossen wurde

    Führt zur besonderen Verbundenheit mit Bäumen

    Hat nach Chana eine Freundin namens Elvira und glaubt, dass sie beide „einmal heiraten“

    Fortgang der Geschichte mit Elvira bleibt offen

  • Erzähler stirbt nicht wie die anderen im KZ und fühlt sich daher gezwungen, von ihrem Schicksal zu erzählen „Ich habe schon tausendmal…..“

    Trifft allerdings auf taube Ohren, wenn er die Geschichte im Nachkriegsdeutschland erzählen will, keiner hört ihm richtig zu

    Erzähler bleibt mit seinem Leid alleine, kann sich keine echte Entlastung verschaffen

    Ausdruck der Unfähigkeit mit dem Erlebten klar zu kommen ist seine erste Urlaubsreise nach dem Krieg in „unser Getto“ (S.208)

    Erste Person Plural als Ausdruck der Verbundenheit mit den Gettobewohnern

    Besuch im Zimmer von Jakob und Mischa

    Die Authentizität wird unterstrichen

  • Zweifelt an Kirschbaums Selbstmord und sucht den ehemaligen SS- Mann Preuß auf

    Kommunikation mit Preuß spiegelt das tiefe Bedürfnis über alles reden zu wollen und das Erlebte sowie das Überleben zu bewältigen

    Survivor Syndrom = Überlebende fühlen sich schuldig dahingehend, überhaupt überlebt zu haben und auf Kosten der Toten zu leben, Syndrom kommt sehr häufig bei Holocaust- Überlebenden vor

    Schuldgefühl entsteht wahrscheinlich durch fehlenden Widerstand im Getto sowie des Erzählers, wie er etwa im Warschauer Getto stattgefunden hat. „dort, wo ich war, keinen Widerstand gegeben“, hätte jemand damit angefangen, hätte er mitgemacht

  • Trauer, Schmerz und Wut

    Wut über den fehlenden Widerstand

    Wut den Tätern gegenüber „Ich weine darüber….“

  • Wechsel zwischen Ich- Erzähler und Figurenperspektive

    Betont, dass die Geschichte nicht den eigenen Erlebnissen entstammt und somit fiktiv ist

    Beleg: zwei Enden

    Dennoch Leben eng mit Jakob verknüpft – er erzählt Jakobs Geschichte und nicht seine eigene

  • Das Erzählen von Jakobs Geschichte ist die Distanzierung von den eigenen Erlebnissen, die ihm bis dahin, 1967, nicht gelungen ist.

    Durch die Bewältigung beim Erzählen entlastet er sich und eröffnet sich selbst einen neuen Weg in die Zukunft

Präsentation Referat Chris Pratt

Eine Schülerin der 7. Klasse hielt folgendes Referat zum Leben des amerikanischen Schauspielers Christ Pratt zur Erlangung eines kleinen Leistungsnachweises im Fach Deutsch.

PDF Download : Präsentation 7. Klasse freies Thema Chris Pratt

Die Originaldatei könnt ihr per Email bei mir anfordern.

Nachhilfe Physiker

Die Physiker- Dürrenmatts Dramentheorie

Kommentar zu Dürrenmatts Dramentheorie

Dürrenmatt denkt, dass die Welt heute ein Chaos sei und sich deshalb mit den klassischen Mitteln des Theaters nicht mehr richtig darstellen lässt.
Früher war es einfacher einen Helden zu finden, wie z.B. Generäle im 30jährigen Krieg oder Napoleon, der sich durch sein Handeln hervorgetan hat. Heute ist es schwieriger, da nur wenige aus der Masse Berufspolitiker hervorstechen. Dass Napoleon über eine riesige Machtfülle verfügte, ließ sich von außen sehen. Wieviel Macht ein Politiker heute hat, ist erst bei genauer Betrachtung klar.

Politische Verhältnisse lassen sich nach Dürrenmatt aus der Realitätsperspektive von Polizisten besser erklären, als aus der Perspektive der Politiker. Polizisten sehen eben jeden Tag die Missstände in der Gesellschaft, Politiker sind weit von diesen Missständen entfernt, wenn sie Entscheidungen treffen.
Dieses Chaos sieht Dürrenmatt in allen politischen Systemen. Dabei bleibt zu bedenken, dass er aus der Perspektive von vor 40 Jahren schreibt. Damals gab es zwei wichtige Staatsformen (1949-1990):

Kapitalismus (ganz grobe Erklärung):

Darunter versteht man ein Staats- und Wirtschaftssystem, bei dem es um Gewinn- und Nutzenmaximierung geht. Der Unternehmer möchte möglichst viel verdienen, der Käufer von Waren möglichst wenig ausgeben. Der Preis einer Ware wird durch das Angebot (wie viele Sachen gleicher Art werden auf einem „Marktplatz“ angeboten) und die Nachfrage (wie viele Käufer wollen das Produkt kaufen) bestimmt. Beispiel: Wenn ein Verkäufer 20 Äpfel anbietet, aber 100 Leute einen Apfel kaufen möchten, dann kann der Verkäufer den Preis anheben (eben weil so viele Leute Äpfel wollen und bereit sind dafür zu zahlen). Wenn er aber 100 Äpfel hat und nur 20 Leute an diesem Tag Äpfel kaufen möchten, dann hat er ein Problem. Er muss den Preis heruntersetzen, damit er alle seine Äpfel an den Mann bringen kann. Das System ist „unser“ System.

Sozialismus (auch ganz grob):

Im Sozialismus sieht das anders aus. Es gibt keinen Markt, wie wir ihn kennen. Der Staat, also die Regierung, legt fest, wieviele Äpfel angebaut werden und zu welchem Preis sie verkauft werden. Es ist dabei völlig egal und bleibt unbeachtet, wie groß die tatsächliche Nachfrage sein wird. Der Bedarf wird einfach geschätzt- und das über 3 oder 4 Jahre in Jahresplänen. Dieses System herrschte beispielsweise in der ehemaligen DDR. Dürrenmatt nennt den Sozialismus auch Staatskapitalismus, weil alles vom Staat geplant wird und nicht vom Privatbürger ausgeht.

Machthaber

Dürrenmatt benutzt das Wort Machthaber in einem weiteren Sinne:
Alle Menschen sind Machthaber- weil alle Menschen über irgendetwas Macht haben
Die Regierungen und Parlamente sind Machthaber, weil die politische Entscheidungsmacht haben, die sich auf ein ganzes Land auswirkt
Der Staat ist bei Dürrenmatt gleichbedeutend mit der Gesellschaft- egal ob früher oder heute.

Entscheidungskompetenz der Herrschenden

früher: Einer herrschte und konnte frei entscheiden (ist kritisch zu sehen, weil da auch keine Kontrolle über den Herrschenden bestand), musste aber auch alle Fehlentscheidungen „auf seine Kappe“ nehmen
Heute sind ganz viele Leute an Entscheidungen beteiligt und es ist schwierig bei Fehlentscheidungen den Schuldigen herauszufinden.
Für den einzelnen, normalen Menschen heißt das nach Dürrenmatt, dass er zum Spielball der Politik wird. Genauso wie ein Spielball ein Ding, ein Objekt ist, ist es dann auch der Mensch in heutiger Zeit in Bezug auf politische Entscheidungen.

Tragödie ( Form eines Dramas mit katastrophalem Ausgang)

Voraussetzung, dass eine Tragödie „funktioniert“ ist, dass die Leute, die im Publikum sitzen, auch denken: „Das, was die da spielen auf der Bühne ist glaubhaft!“ Sie müssen sich mit dem Inhalt und dem Verlauf eines Stückes identifizieren können.
Dürrenmatt glaubt, dass das in heutiger Zeit nicht möglich ist, weil alles im Chaos steckt.

Fazit

Dürrenmatt denkt, dass man sich den chaotischen Verhältnissen in der Gesellschaft nur in einer Komödie identifizieren kann. Mit anderen Worten, jeder empfindet das Chaos in der Gesellschaft als lächerlich oder zum lachen- also darf die zu wählende Dramenformen für Autoren nur die Komödie sein.

Brecht: Zufluchtsstätte

Wenige Jahre vor dem zweiten Weltkrieg, 1937, verfasst der deutsche Literat Berthold Brecht das Gedicht „Zufluchtsstätte“. Brecht schreibt den lyrischen Text, während seiner Flucht vor dem Naziregime in Deutschland. Er befindet sich zum Schreibzeitpunkt in Dänemark, wo ihm Asyl gewährt wurde. „Zufluchtsstätte“ beschreibt einen idyllischen Ort an der dänischen Küste, in dem der Erzähler Obdach gefunden hat.
Die Schilderung beginnt mit der Beschreibung des Hauses mit Strohdach und dem Ruder, dass auf dem Dach liegt. Im Hinterhof wurden Vorbereitungen für eine Kinderschaukel getroffen, die allerdings noch nicht errichtet wurde. Der Postbote kommt zweimal täglich am Haus vorbei, wirft aber nicht die erwartete Post ein. Kein Brief erreicht die Geflüchteten. Das Haus hat vier Türen, die eine erneute Flucht ermöglichen.
Das aus 2 Strophen zu je 4 Versen bestehende Gedicht folgt dem Reimschema ab ab c dd c. Die Kadenzen folgen dem Reimschema in mw mw mwwm. Es entsteht ein Einklang, der sich dem Leser beim Lesen zeigt. Ein durchgängiges regelmäßiges Metrum ist nicht erkennbar.
Brecht gliedert den Text in 6 Sätze. Bis auf die Verwendung der Satzendzeichen und des Kommas in V. 8 verzichtet Brecht auf Satzzeichen. Zusätzlich zu seiner Versform wird das Gedicht damit aus der Alltagssprache besonders deutlich herausgehoben.
Die Enjambements in Z. 1&2, 3&4 und 5&6 erhalten den Lesefluss und verdichten die Textkohärenz im Gegensatz zum Stakkato-Stil der Verse 7&8. Die Zeilensprünge auf der einen Seite und das fehlende Metrum mit Stakkato am Ende des Textes zeigen das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Gefahr selbst beim Aufenthalt an der Zufluchtsstätte. Das wird durch die inhaltlichen Gegensatz von ländlicher Idylle und unruhiger eigener Fluchtsituation verstärkt.
Der Autor setzt einen allwissenden Erzähler ein, um den Wechsel von äußerer Betrachtung und innerem Zustand des Erzählenden herausstellen zu können. Ein Lyrisches Ich tritt nicht durch die Nennung der ersten Person Singular hervor, ist jedoch durch die sprachliche Subjektivität erkennbar. Innere Gedanken, wie der über die mögliche neue Flucht belegen dies. Aus dem Fehlen des Personalpronomens ergibt sich am Ende eine größere Unmittelbarkeit des Sprechens. Die Distanz zwischen Leser und Sprecher ist sehr gering, der Leser fühlt sich als befinde er sich im Kopf des Sprechers und sehe durch seine Augen auf die Zufluchtsstätte.
Um den Inhalt und die Bedeutung des Gedichtes erkennen zu können, ist die Betrachtung der Zufluchtsstätte als zentralem Punkt des Textes notwendig.
Gemeinhin wird unter einer Zufluchtsstätte ein provisorisches Obdach verstanden, welches anonymen Flüchtenden für eine vorübergehende Zeit, nämlich bis im Heimatland wieder Frieden herrscht, Schutz und Sicherheit gewährt wird. Der Begriff „Zufluchtsstätte“ hat für Brecht zentrale Bedeutung, weil er mit ihm sein Gedicht tituliert. Er wird also zum zentralen Thema. Im Text wird das insofern deutlich, als dass in nahezu jedem Vers inhaltliche und begriffliche Verbindungen zur Zufluchtsstätte bestehen. So steht die Sicherheit (V.2) in Verbindung mit dem „Strohdach“, das vom Wind nicht weggetragen wird, dass Obdach in Verbindung mit dem Haus, indem der Sprecher Zuflucht gefunden hat. Das Provisorium findet Ausdruck im noch nicht fertiggestellten Hof für „die Kinder“. Brecht nutzt zur Darstellung der verschiedenen Aspekte einer Zufluchtsstätte eine Reihe von Stilmitteln. Das Symbol wie das auf dem Dach des Hauses liegende „Ruder“, bewirkt die Annahme, dass die Flüchtenden gerade erst am Haus angekommen sind, alles wirkt unfertig. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Hof, in dem die „Schaukel“ für die Kinder noch nicht aufgebaut ist. entgegen der Erwartung des Lesers beruhigt sich die Situation des Sprechers im Verlauf des Aufenthalts in der Zufluchtsstätte nicht, sondern scheint durchweg pessimistisch. Neue Hoffnung, die durch das Asyl begründet werden könnte, entsteht nicht. Vielmehr scheint der Sprecher über eine weitere Flucht nachzudenken, als er die vier Türen im Haus betrachtet. Es entsteht der Eindruck diese neuerliche Flucht könne jederzeit beginnen. Dem Leser erschließt sich durch die angewandte „pars pro toto“ „Stroh“ für das Dach des Hauses und das „Ruder“ für das Fluchtmittel Boot nur langsam die Situation des Geflüchteten. Das große Ganze wird nicht beschrieben, nur wichtige Teile genannt, aus denen sich der Leser sein eigenes Bild der Situation der Fluchtstätte zusammenfügen muss. Zur Konsequenz hat dies ein Bild der Situation und des Ortes, dass bei jedem Leser unterschiedlich ist und damit Universalität erreicht. Insgesamt erreicht die Fluchtstätte also nicht die gewünschte Auswirkung auf den Flüchtenden.
Die Atmosphäre eines Gedichtes wird normalerweise vom Zusammenspiel verschiedener Aspekte wie Zeit, Stimmung und Farben geprägt. In „Zufluchtsstätte“ spielt die Atmosphäre eine besondere Rolle.Eine Zufluchtsstätte ist ein besonderer Ort und birgt daher ein besonderes Zeitempfinden und hegt eine spezielle Stimmung. Im Text wird das insofern deutlich, als dass die Zeit nicht als Uhrzeit beschrieben wird, sondern der Zeitbegriff in Form des „mittleren Windes“ sowie des Bewegungsverbs „fliehn“ besondere Dynamik erfährt. Die Metapher des „mittleren Windes“ muss besonders unter den historischen Gegebenheiten von 1937 interpretiert werden. In Vorkriegszeiten war Europa durch die nationalsozialistische Hegemonialpolitik geprägt. Spätestens beim Anschluss des Sudetenlandes ohne erkennbaren Widerstand der Alliierten war klar, dass Hitler weiter expandieren wollte. Andersdenkende wie Brecht wurden gnadenlos verfolgt. Politische Unruhen machten sich breit und Flüchtlinge wurden durch Europa „geweht“. Die erste Fluchtwelle deutscher Intellektueller beschränkte sich auf Europa und ging erst später darüber hinaus. Der Sprecher fühlt also die Gegenwärtigkeit von Gefahr.
Genauso wichtig für die Atmosphäre wie die Zeit ist die Darstellung der Umgebung der Flüchtenden. Der Sprecher scheint am Sund zu stehen und sich umzuschauen. Die Umgebung wirkt verlassen und einsam, weil keine Menschen zu sehen sind. Nur in der Ferne verkehren Fähren, deren Passagiere aber nicht erwähnt werden. Diese Situation der Einsamkeit eröffnet dem Leser eine Innenschau des Erzählers. Der Sprecher sieht ein Strohdach (vgl. 1/2). Außerdem sieht er die Pfähle für die Schaukel im Hinterhofe (vgl 3/4).

Anmerkung: Der vollständige Aufsatz kann unter nadine@edu-now.org angefordert werden.

Rose Ausländer: Mutterland

33 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, im Jahre 1978 verfasst die Holocaustüberlebende Rose Ausländer das Gedicht „Mutterland“. Der lyrische Text zählt zur deutschen Exiliteratur und thematisiert den Heimatverlust. Das Lyrische Ich beschreibt darin den Verlust des Vaterlandes und seine neue Lebenssituation im Mutterland.

Aus der Ich- Perspektive spricht das Lyrische Ich zum Leser des Gedichts. Das Vaterland des Lyrischen Ichs wurde von einer nicht genau bezeichneten Personengruppe bewusst vernichtet. Das Lyrische Ich hegt die Erinnerung von Feuer und vollkommenem Zusammenbruchs seiner Heimat. Ohne Zuhause hat es eine neue Heimat gesucht und gefunden, die es nicht mehr Vaterland sondern Mutterland nennt. Vom Vaterland bleibt ihm nur noch die Sprache.

Das Gedicht weist sowohl sprachliche als formale Besonderheiten auf.

Es gliedert sich in zwei Strophen zu je drei Versen. Ein Reimschema ist ebenso wenig erkennbar wie ein durchgängiges rhythmisierendes Metrum. Die Kadenzen folgen dem Schema m,w,w,w,w,m.
Obwohl Rose Ausländer keine Satzzeichen verwendet, ist eine Satzstruktur beim Lesen hörbar. Lesepausen entsprechen Satzgrenzen. Satzgrenzen befinden sich zwischen Vers 1 und 2, Vers 3 und 4, sowie von Vers 5 zu Vers 6. Wobei das Wort „Wort“ als Ellipse den Schluss des Gedichtes bildet. Fehlende Satzzeichen und ausbleibendes Reimschema weisen genauso wie die unregelmäßigen Kadenzen und das fehlende Metrum auf die Grundstimmung des Gedichtes hin. Genauso wie die chaotischen Zustände jener Zeit und vermutlich auch die nicht zu ordnenden psychischen Auswirkungen des überwundenen Holocausts spiegeln sich darin wieder.

Obwohl das „sie“ zu Beginn des zweites Verses hörbar den Anfang des zweiten Satzes bildet, ist es entgegen der Regel klein geschrieben. „Mein Vaterland“, „Ich“, „Mutterland“ und „Wort“ sind groß geschrieben und stehen in Verbindung mit dem lyrischen Ich. Im Gegensatz zu der klein geschriebenen dritten Person Plural „sie“, welche die Feinde symbolisiert. Die deutschen Nationalsozialisten repräsentieren inneren Feinde. Diese verfolgten und ermordeten Juden wie Rose Ausländer. Demgegenüber standen die Alliierten als äußere Feinde, welche versuchten die Deutschen und ihre Gräueltaten zu stoppen. Durch den Krieg wurde das Vaterland zerstört. Die Welt des lyrischen Ichs, wie sie vor dem Krieg Bestand hatte, wurde dabei ausgelöscht. Die Antithese „mein Vaterland ist tot“ und „ich lebe“ klingt fast trotzig und verdeutlicht den Überlebenswillen des lyrischen ich. In dem es den Überlebenswillen nicht verliert und ein neues zu Hause im Mutterland gefunden hat, besiegt es die Feinde des Vaterlandes und auch die eigenen.

Innerhalb der ersten Strophe wechselt der Blick des Lyrischen Ichs von der Gegenwart, die in Form des im ersten Vers verwendeten Präsens erscheint, zurück auf die Ereignisse der Vergangenheit, die im Perfekt beschrieben werden. Der Ist-Zustand des Vaterlandes wird damit untermauert. Der Rückblick wird dynamischer dargestellt. Die Konsequenz des Handelns der mit „sie“ beschriebenen Personengruppe wird mit Hilfe eines steigernden Elementes in Form der Klimax von „tot“, „begraben“ und „im Feuer“ verdeutlicht.

Neben den formalen, bedient sich Rose Ausländer bei der Verdichtung der Worte und deren Bedeutung besonderer sprachlicher Mittel.

Um den Zusammenbruch der Heimat des lyrischen Ichs zu versinnbildlichen, setzt die Autorin verschiedene Personifikationen ein.
Das „Vaterland“ des lyrischen Ichs ist „tot“, „begraben“ wie ein Mensch es nur sein kann. Durch die Übertragung menschlicher Eigenschaften auf ein Gebilde wie das „Vaterland“, ist dessen Untergang für den Leser ausdrucksvoller. Der Eindruck des Heimatverlusts wird durch die von Ausländer beschriebene Gewalt verstärkt. Metaphern wie „im Feuer“ begraben unterstreichen die Rohheit des Ablaufs. Besonderer Fokus liegt auf dem letzten Vers, der aus nur einem Wort besteht. Das Wort „Wort“ ist vielseitig interpretierbar. Es stellt sowohl eine Metapher im weiteren Sinne als auch die Stilfigur des Pars pro toto im engeren Sinne dar. Als Metapher repräsentiert es die Erinnerung des lyrischen Ichs an das verlorene Vaterland. Als Pars pro toto steht das Wort „Wort“ als Teil der Sprache, im allgemeinen für die Sprache und insbesondere die Sprachen des lyrischen Ichs. Das Lyrische Ich verbindet damit die einzigen Erinnerungen an frühere Zeiten- die Erinnerung an die Muttersprache sowie an das Vaterland. Unerwarteterweise erzählt das lyrische ich in der Sprache des Vaterlandes über das neue Mutterland. Die Muttersprache erhält damit besondere Bedeutung.

Neben Personifikationen und Metaphern bedient sich Ausländer der Wortneuschöpfung „Mutterland“. Dieser Neologismus drückt die Beziehung zwischen dem geflüchteten Lyrischen Ich und dem Gastland aus, in dem es nun lebt. Die enge Verbundenheit zwischen der neuen Heimat und dem Lyrischen Ich wird besonders durch den Begriff der „Mutter“ dargestellt. Wie eine Mutter ihrem Kind Sicherheit und Obhut gibt, so kümmert sich das Mutterland um das Lyrische Ich.

Durch die beiden Begriffe Mutter und Vater in den Wörtern Vater und Mutterland werden beide Länder zu den prägenden Orten für das lyrische ich. Es sieht Vater- und Mutterland stellvertretend wie Eltern. Sein Leben wurde durch beide geprägt und hängt untrennbar mit ihnen zusammen.

Die Autorin Rose Ausländer wurde als Jüdin von den Nazis verhaftet und zu Zwangsarbeit verpflichtet. Als eine der wenigen Überlebenden der Judenverfolgung im Dritten Reich wird sie gegen Kriegsende von der Roten Armee befreit und übersiedelt in die USA.

Bis heute beschäftigt uns das Flüchtlingsthema. Nach Deutschland flüchten viele Menschen aus dem nahen Osten. In ihrem Vaterland herrscht Krieg und Deutschland ist für die Flüchtlinge, wie es für Rose Ausländer die USA war, im besten Fall das neue Mutterland.

Literaturgeschichte: Sturm und Drang 

Hier findet ihr ein ausgearbeitetes Referat zum Thema ‚Sturm und Drang‘. Es wurde von einer Schülerin der 10. Klasse erarbeitet.

Argumentation/ Erörterung (I); Aufbau und Beispiel einer linearen Erörterung

 

Wie schreibe ich eine gute Argumentation? Wie finde ich gute Argumente für oder gegen ein Thema? Wie baue ich eine Argument richtig auf?

 

Eine Schülerin der 9. Klasse Realschule trat genau mit diesen Fragen an uns heran.

 

Der Schlüssel zu einer gelungenen Erörterung ist das Argument.

 

Allgemeiner Aufbau eines Arguments:

 

 

Beispielthema : Leben als Vegetarier (linear)

Aufbau eines passenden Argumentes

Beispielsaufsatz zum Thema: Sollte man vegetarisch leben?

 

Einleitung/ Hinführung zum Thema der Argumentation

Sich vegetarisch zu ernähren ist heutzutage eine sehr umstrittene Form der Ernährung. Durch die ausgiebige Berichterstattung im Fernsehen und im Radio entschließen sich viele Menschen auf Fleisch zu verzichten.

Überleitungssatz

Vieles spricht dafür auf fleischlose Kost umzustellen.

Hauptteil mit ordnenden Adverbien und Konjunktionen

Zuerst ist zu sagen, dass die vegetarische Lebensweise eine lange Tradition hat und ihr gesundheitlicher Nutzen belegt ist.
Schon seit vielen Generationen ernähren sich Menschen vegetarisch.
In Nepal verzichten die Mönche seit Jahrhunderten auf Fleisch und ernähren sich von pflanzlicher Nahrung. Nach einigen medizinischen Studien beurteilten Ärzte diese Art der Ernährung als sehr gesund.

Dazu kommt, dass es in heutiger Zeit einfacher ist, sich vegetarisch zu ernähren.
Früher musste ein enormer Aufwand betrieben werden, um die benötigte Menge vegetarischer Lebensmittel zu bekommen.
Heute gibt es in jedem guten Supermarkt ein Regal, dass vegetarische Kost anbietet. Fleischersatzprodukte wie Tofu und Seitan sind also ständig verfügbar

Danach muss angeführt werden, dass die Vegetarier die Tiere schützen.
Für einen Vegetarier muss kein Tier sterben. Vegetarier verzichten auf Fleisch und ersetzen Fleisch durch Fleischersatzprodukte. Entsetzliche Verhältnisse in der Massentierhaltung werden so nicht unterstützt, weniger Tiere müssen in Mastbetrieben elend leben. Der Bestand exotischer Tiere wird durch das fleischlose Essen ebenfalls geschützt.

Synthese/ Fazit

Betrachtet man alle Argumente, ist es leicht auf Fleisch zu verzichten.

Schluss/ mit eigener Meinung/ Ausblick

Ich stimme diesem Fazit zu. Eine vegetarische Ernährung kann ich mir für mich aber trotzdem nicht recht vorstellen, weniger Fleisch zu essen allerdings schon.

Wie sich das Essverhalten der Bevölkerung in den nächsten Jahren verändern wird, bleibt abzuwarten.

Ihr habt Fragen zum Thema? 

Dann chattet mit uns! Einfach hier klicken. Wir sind Montag bis Freitag von 20-22 Uhr, Samstag 10-12 Uhr und Sonntag 17-19 Uhr für euch da. 

 

 

 

Mit Weltwissen zu besseren Noten? (SEK I und II)

Als Lehrer fällt mir jeden Tag auf, wie wenig Weltwissen Schüler besitzen. Schlechte mündliche und schriftliche Leistungen sind fast immer die Folge.

Gerade für den Politik-, Deutsch- und Fremsprachenunterricht ist es für Schüler sehr wichtig zu wissen, welche Entwicklungen in der Welt vor sich gehen.

Ich treffe immer wieder auf Schüler, die sich nur widerwillig informieren, was denn in ihrem lokalen Umkreis, bundesweit oder auch weltweit gerade passiert. Über weitreichende Kenntnis des Tagesgeschehens verfügen nur die wenigsten Schüler.

Viele verkennen die Tatsache, dass es gerade bei der Sachtextanalyse (Sekundarstufe I und II) auf darauf ankommt zu wissen, was in unserem Land und in der Welt passiert. Die Kenntnis der verschiedenen Sachzusammenhänge macht im Fach Deutsch und in vielen anderen Fächern oft den Unterschied in der Note aus. Es lohnt sich also die Zeitung beziehungsweise Radio und Fernsehen oder das Internet zu bemühen, um den eigenen Wissensstand aktuell zu halten.

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten sich schnell einen Überblick über das Weltgeschehen zu verschaffen.

Eine Möglichkeit biete ich euch hier:

Einfach rechts auf die Twittermeldungen tippen und _edunow_ folgen.

Deutsch: Literaturepoche der Romantik

Kurzmindmap zum Thema : Literatur- und Kunstepoche der Romantik

Downloadlink:

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Franz Kafka: Der Nachbar

Interpretation von Kafkas Kurzgeschichte „Der Nachbar“

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